Orientierungen und Grundlagen der Kammerarbeit von QdM

QdM lässt sich in seiner Arbeit davon leiten, dass wir in einer pluralistischen Informations- und Wissensgesellschaft leben, in der eine Vielfalt von Lebenskonzepten, Menschenbildern, Wertvorstellungen und Zugangsweisen zur Welt nebeneinander ihren legitimen Platz haben.

In der Vielfalt der psychotherapeutischen Ansätze findet diese Heterogenität der Lebensweisen und Werte der Menschen ihre Entsprechung.

Dass die psychotherapeutische Kultur in ihrer Vielfalt entstehen konnte, obwohl der ganz überwiegend naturwissenschaftlich ausgerichtete Wissenschaftsbetrieb eine Einheitspsychotherapie begünstigt, zeugt von der Kraft und Berechtigung dieser unterschiedlichen Lebensentwürfe.

Diese Vielfalt hat sich im Wesentlichen außerhalb der akademischen Wissenschaft entwickelt – vielleicht liegt in dieser Tatsache die Antwort auf die Frage, warum die akademischen Wissenschaftler im WBP ihre Aufgabe darin gesehen haben, diese Ansätze auszusperren?!

Wir sind der Überzeugung, dass gesellschaftliche und psychotherapeutische Kultur in einem engen und wechselseitigen Zusammenhang stehen.

Gesellschaftliche Verfassung und die sozioökonomische Strömungen beeinflussen die Psychotherapie.

Aber: Die Psychotherapie darf kein passives Objekt der gesellschaftlichen Verfassung und des herrschenden Zeitgeistes sein.

Keine andere Profession ist ein so sensibler Seismograph für gesellschaftliche Zustände und vor allem Missstände, wie die Psychotherapie. Sie hat deshalb die gesellschaftliche Aufgabe, die in individuellen Verletzungen und Kränkungen sichtbar werdenden Fehlentwicklungen aufzugreifen und der Gesellschaft zurückzumelden.

Auch in diesem Sinne begreifen wir die Patienten als mündige, als selbst- und mitbestimmende Patienten, die der Gesellschaft etwas Wichtiges zu sagen haben.

Das ist mehr und das ist ein anderes Verständnis, als die Patienten auf die Manifestation einer Störung einzuengen, und diese Störung unkritisch im Interesse und zur Stabilisierung der herrschenden gesellschaftlichen Verfassung einschließlich ihrer krankmachenden Zustände zu beseitigen.

Die Behandlung einer psychischen Störung, bei der der Mensch im Zweifel nur stört, ist nach unserer Auffassung keine Psychotherapie.

Die Frage muss immer wieder neu gestellt werden, ob der Patient in einer heilen Welt krank wurde oder ob er auf eine krankmachende Gesellschaft angemessen, d.h. gesund reagiert.

In diesem Sinn hat Psychotherapie eine aufklärerische Aufgabe und Verantwortung. Psychotherapie will individuelles Leiden heilen und lindern, sie darf sich dabei aber nicht als Reparaturwerkstatt herrschender Missstände missbrauchen lassen.

Unsere Auffassungen und Überzeugungen werden wir nur dann in praktische Psychotherapeuten-Politik umsetzen können, wenn wir unsere Aufgaben selbstbewusst und aktiv wahrnehmen und die uns vom Gesetzgeber zugewiesenen Rechte und Pflichten gleichermaßen annehmen.

 

Daher gestaltet QdM die NRW-Kammerpolitik aktiv mit:

In den Ausschüssen:

Als Bundesdelegierte:

Im Verwaltungsrat des Psychotherapeutischen Versorgungswerkes (PTV):

Als Delegierte im Psychotherapeutischen Versorgungswerk (PTV):